Anja Schöne ist eine deutsche Theaterregisseurin und Autorin, deren Arbeit eng mit dem Theater für Kinder und Jugendliche verbunden ist. Geboren 1978 in Krefeld, studierte sie in Köln und Málaga und arbeitete anschließend unter anderem am Staatstheater Stuttgart und am Schlosstheater Moers. Heute leitet sie das LUTZ, die Sparte für junges Publikum am Theater Hagen. Neben klassischen Inszenierungen entwickelt Schöne partizipative Theaterprojekte, bearbeitet Romane und Märchen für die Bühne und schreibt eigene Texte. Auch als Übersetzerin des Bilderbuchs „Wazn Teez?“ wurde sie einem Publikum außerhalb des Theaters bekannt.
Anja Schöne im Überblick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Anja Schöne |
| Geboren | 1978 in Krefeld |
| Beruf | Regisseurin, Autorin, Theatermacherin |
| Ausbildung | Germanistik, Anglistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln; Comunicación Audiovisual in Málaga |
| Abschluss | Magisterexamen, 2004 |
| Aktuelle Funktion | Leiterin des LUTZ am Theater Hagen |
| Arbeitsschwerpunkt | Theater für junges Publikum, kulturelle Bildung, partizipative und interdisziplinäre Projekte |
| Bekanntes Buchprojekt | „Wazn Teez?“ – deutsche Übertragung mit Jess Jochimsen |
Die biografischen Eckdaten stammen aus der aktuellen Vita des Theater Hagen und den Angaben des Deutschen Jugendliteraturpreises.
Ausbildung und erste Schritte am Theater
Nach dem Abitur studierte Anja Schöne an der Universität zu Köln Germanistik, Anglistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. 2004 schloss sie ihr Studium mit dem Magisterexamen ab. Hinzu kam ein Studium im Bereich Comunicación Audiovisual an der Universidad de Málaga. Bereits während ihrer Studienzeit arbeitete sie praktisch an freien Kölner Theatern, unter anderem als Dramaturgin und Regieassistentin.
Nach dem Studienabschluss führte ihr erstes festes Engagement als Regieassistentin an das Staatstheater Stuttgart. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre am Schlosstheater Moers. Dort konnte sie nach Angaben des Theater Hagen bereits fünf eigene Regiearbeiten realisieren und beschäftigte sich zugleich intensiv mit kultureller Bildung und Theaterprojekten an Schulen. 2007 kehrte sie nach Köln zurück und arbeitete fortan als freie Regisseurin und Autorin.
Diese Verbindung von künstlerischer Bühnenarbeit und Projekten mit jungen Menschen wurde zu einem durchgehenden Bestandteil ihrer Laufbahn.
Von Moers über Bochum bis zum Theater Hagen
2008 übernahm Schöne für die Stadt Moers die Leitung eines Projekts im Rahmen von RUHR.2010. Die sogenannte Local-Heroes-Woche wurde über fast zwei Jahre vorbereitet und mündete 2010 in ein umfangreiches Kulturprogramm mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern sowie Beteiligten aus der Stadtgesellschaft.
Parallel arbeitete sie an verschiedenen Bühnen und Festivals. Ihre Regiearbeiten führten sie unter anderem nach Köln, Bonn, Bochum, Duisburg, Essen, Freiburg, Mainz, Mülheim an der Ruhr und ins niederländische Arnheim. Von 2013 bis 2016 war sie Hausregisseurin und Mitglied des Leitungsteams des Horizont Theaters Köln.
Am Jungen Schauspielhaus Bochum leitete Schöne zwischen 2008 und 2013 mehrere Jugendclubs und spartenübergreifende Projekte. Für „Just do it“ entwickelte sie gemeinsam mit Jugendlichen verschiedener Schulformen die Textvorlage. Das Projekt wurde im Rahmen von „Kinder zum Olymp!“ ausgezeichnet.
Anja Schöne und das LUTZ Hagen
Die aktuelle Personen-Vita des Theater Hagen nennt die Spielzeit 2016/17 als Beginn von Anja Schönes Leitung des LUTZ. Auch die Fachzeitschrift „Die Deutsche Bühne“ führt sie seit August 2016 in dieser Position. Das LUTZ ist die Kinder- und Jugendtheatersparte des Theater Hagen und arbeitet mit Schauspiel, Musik, Tanz sowie partizipativen Formaten.
Schönes Tätigkeit dort geht über klassische Regiearbeit hinaus. Viele Produktionen verbinden verschiedene Kunstformen, beziehen junge Menschen in Entwicklungsprozesse ein oder greifen Themen aus ihrem Alltag auf. Im aktuellen Repertoire des Theater Hagen wird sie unter anderem bei Produktionen wie „Heimsuchung“, „Fotoalbum“, „SECRETS“, „Die Eiskönigin“, „Eine Odyssee“ und „Stadt der Kinder“ als Regisseurin, Autorin oder Konzeptverantwortliche geführt.
Theater als Raum für Beteiligung
Charakteristisch für einen Teil ihrer Arbeiten ist, dass Jugendliche nicht nur als Zielgruppe betrachtet werden. Ihre Erfahrungen und Perspektiven können selbst zum Material einer Inszenierung werden.
Bei „Eine Odyssee“ verbindet Schöne beispielsweise Motive aus Homers antikem Stoff mit Texten und Erfahrungen junger Menschen aus Hagen. Das Theater Hagen beschreibt das Stück als Verbindung zwischen den Irrfahrten des Odysseus und persönlichen Geschichten über Krieg, Flucht, Ausgrenzung oder private Krisen.
Für die für 2027 angekündigte Produktion „Stadt der Kinder“ ist ebenfalls eine Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen Kinderrechte und Vorstellungen darüber, wie eine von jungen Menschen mitgestaltete Gesellschaft aussehen könnte.
„Fotoalbum“ und das WESTWIND Festival 2026
Zu den jüngeren Arbeiten von Anja Schöne gehört „Fotoalbum oder Bilder, die die Welt bedeuten können“. Die partizipative Theaterperformance beschäftigt sich mit Erinnerung, der Wirkung von Bildern und demokratischer Teilhabe. Ausgangspunkt sind unter anderem Motive aus Liz Kesslers Roman „Als die Welt uns gehörte“, der von drei Kindern im Wien der NS-Zeit erzählt.
„Fotoalbum“ wurde 2026 für das WESTWIND Festival ausgewählt, das Theater für junges Publikum aus Nordrhein-Westfalen präsentiert. Die Produktion des LUTZ war Ende Mai und Anfang Juni 2026 am Theater Münster zu sehen. Beim Festival wurden zehn Produktionen aus NRW gezeigt.
Die Festivalbeschreibung hebt besonders die direkte Beteiligung des Publikums und den Umgang mit Erinnerung, Empathie und demokratischen Werten hervor. Text und Inszenierung stammen von Anja Schöne.
„Wazn Teez?“: Eine ungewöhnliche Übersetzungsarbeit
Anja Schönes Name findet sich nicht nur auf Theaterprogrammen. Gemeinsam mit dem Kabarettisten und Autor Jess Jochimsen übertrug sie Carson Ellis‘ Bilderbuch „Du Iz Tak?“ für die deutschsprachige Ausgabe in die Fantasiesprache von „Wazn Teez?“.
Das war keine gewöhnliche Übersetzung: Die Figuren des Buches sprechen eine erfundene Insektensprache. Schöne und Jochimsen mussten daher nicht einfach englische Wörter ins Deutsche übertragen, sondern eine deutsche Kunstsprache entwickeln, deren Klang und Struktur weiterhin verständlich funktionieren. Der NordSüd Verlag veröffentlichte die deutsche Ausgabe 2017.
2018 wurde „Wazn Teez?“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch nominiert. Der Arbeitskreis für Jugendliteratur würdigte dabei ausdrücklich die sprachliche Gestaltung der deutschen Fassung.
Literaturpreis für „Septembermädchen“
Auch außerhalb von Bühnenstücken hat Schöne literarisch gearbeitet. Beim Moerser Literaturpreis 2011 erreichte sie mit ihrem Text „Septembermädchen“ den dritten Platz. Das Thema des Wettbewerbs lautete in diesem Jahr „Dabei sein“. Im offiziellen Preisarchiv stehen Frank Karner auf dem ersten, Ronald Pacholski auf dem zweiten und Anja Schöne auf dem dritten Platz.
Damit lässt sich die gelegentlich verkürzte Angabe, Schöne sei mit dem Moerser Literaturpreis ausgezeichnet worden, genauer einordnen: „Septembermädchen“ erhielt 2011 den dritten Preis.
Wichtige Stationen ihrer Laufbahn
| Zeitraum | Station |
|---|---|
| 2004 | Magisterabschluss an der Universität zu Köln; anschließend Regieassistenz am Staatstheater Stuttgart. |
| Danach | Zwei Jahre Regieassistenz und erste eigene Inszenierungen am Schlosstheater Moers. |
| Ab 2007 | Arbeit als freie Regisseurin und Autorin. |
| 2008–2013 | Jugendclubs und Projekte am Jungen Schauspielhaus Bochum. |
| 2011 | 3. Preis beim Moerser Literaturpreis für „Septembermädchen“. |
| 2013–2016 | Hausregisseurin und Teil des Leitungsteams des Horizont Theaters Köln. |
| Seit 2016/17 | Leitung des LUTZ am Theater Hagen laut aktueller Theater-Vita. |
| 2017 | Veröffentlichung der deutschen Ausgabe von „Wazn Teez?“. |
| 2018 | „Wazn Teez?“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. |
| 2026 | „Fotoalbum“ beim WESTWIND Festival in Münster. |
Was prägt die Arbeit von Anja Schöne?
Ihre dokumentierten Projekte zeigen ein breites Verständnis von Kinder- und Jugendtheater. Schauspiel steht neben Tanz, Musik und performativen Formen; bekannte Märchen und Romane stehen neben selbst entwickelten Stücken.
Dabei arbeitet Schöne regelmäßig mit Choreografen, Musikerinnen, bildenden Künstlern, Schulen und jungen Beteiligten zusammen. Das Theater Hagen beschreibt interdisziplinäre Arbeiten außerhalb klassischer Bühnenräume ebenfalls als festen Bestandteil ihrer Tätigkeit.
Auch aktuelle Produktionen setzen diese Arbeitsweise fort. Für „ASCHENPUTTEL oder Wo drückt denn der Schuh?“ entwickelte sie gemeinsam mit Choreografin Maria Savva eine Tanztheaterfassung, die Motive des bekannten Märchens mit Fragen nach Rollenbildern und Selbstbestimmung verbindet.
Häufige Fragen zu Anja Schöne
Wer ist Anja Schöne?
Anja Schöne ist eine 1978 in Krefeld geborene deutsche Theaterregisseurin und Autorin. Sie leitet das LUTZ, die Sparte für junges Publikum am Theater Hagen.
Wie alt ist Anja Schöne?
Anja Schöne wurde 1978 geboren. Da ein vollständiges Geburtsdatum in den herangezogenen offiziellen Quellen nicht genannt wird, lässt sich ihr exaktes Alter an einem bestimmten Tag nicht zuverlässig angeben.
Wo arbeitet Anja Schöne?
Sie arbeitet am Theater Hagen als Leiterin und Regisseurin des LUTZ. Das Theater führt sie auch in der Spielzeit 2026/27 weiterhin in dieser Funktion.
Welche Bücher hat Anja Schöne veröffentlicht?
Besonders bekannt ist ihre Zusammenarbeit mit Jess Jochimsen an der deutschen Fassung von Carson Ellis‘ Bilderbuch „Wazn Teez?“. Darüber hinaus schreibt Schöne hauptsächlich Theatertexte, Bearbeitungen von Märchen und Romanen sowie eigene Bühnenfassungen.
Hat Anja Schöne einen Literaturpreis gewonnen?
Beim Moerser Literaturpreis 2011 erhielt sie für „Septembermädchen“ den dritten Preis.
Wofür ist Anja Schöne besonders bekannt?
Ihr beruflicher Schwerpunkt liegt beim Theater für junges Publikum. Kennzeichnend sind dabei interdisziplinäre Inszenierungen, kulturelle Bildungsarbeit und Produktionen, in deren Entwicklung Kinder oder Jugendliche einbezogen werden.
Fazit
Anja Schöne verbindet Regie, Autorenschaft und kulturelle Bildungsarbeit. Von ihren frühen Stationen in Stuttgart und Moers über Projekte in Bochum und Köln bis zur Leitung des LUTZ in Hagen zieht sich das Theater für junge Menschen durch ihre Laufbahn. Ihre Arbeit reicht von Märchen- und Romanbearbeitungen über partizipative Produktionen wie „Fotoalbum“ bis zur sprachspielerischen Übertragung von „Wazn Teez?“. Auch in der Spielzeit 2026/27 bleibt sie mit zahlreichen Projekten am Theater Hagen präsent.
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